REMEDIS: Anwendungsbereiche

REMEDIS ist ein Verbund von Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen und namhaften Industriepartnern. Gemeinsam arbeiten die Verbundpartner an der Entwicklung innovativer Implantate für das Herz-Kreislauf-System und die Sinnesorgane Auge und Ohr. Durch die zusätzliche Kombination der Implantatfunktion mit einer lokalen Freisetzung von Medikamenten bietet REMEDIS medizintechnische Spitzenforschung.

Die medizinische und ökonomische Zukunft des Gesundheitswesens wird wesentlich durch die Entwicklung der Medizintechnik geprägt. Das gemeinsame Wirken von Medizinern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren bei der Entwicklung medizintechnischer Geräte und Systeme eröffnet immer größere Möglichkeiten für die Diagnostik und Therapie. Insbesondere innovative Implantate können maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität der Implantatträger als auch zur Steigerung des Therapieerfolges beitragen.

Aufbauend auf exzellenter Grundlagenforschung im Bereich der Biomedizintechnik steht somit im Fokus von REMEDIS die anwendungsorientierte Forschung zur Entwicklung von Implantaten mit großem Markteintrittspotential.

Die Partner des REMEDIS-Verbundes haben sich dem Ziel verschrieben, mit Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung minimalinvasive Verfahren zur Therapie nicht ausreichend behandelbarer Krankheitsbilder zu entwickeln.

Im Fokus stehen neuartige Implantate mit kontrollierter, ortsspezifischer Wirkstofffreisetzung. Dazu gehören Stents und Stimulationselektroden für das Herz-Kreislauf-System, Glaukomstents und Intraokularlinsen für das Auge sowie Tubenstents für das Ohr.

Blutgefäße: Stents und Drug-Eluting Stents für koronare und periphere Indikationen

Wirkstofffreisetzende Stents, sogenannte Drug-Eluting-Stents, helfen bereits vielen Patienten. Dennoch kann es bei einigen wenigen Patienten nach Stentimplantation zu Spätthrombosen kommen. Die Weiterentwicklung von Drug-Eluting-Stents zu sogenannten Multi-Mode-Stents, die durch eine mehrstufige Wirkstoffabgabe das Risiko der Spätthrombosen weiter minimieren, eröffnen große Marktchancen. Dies gilt ebenso für abbaubare Stents, die die Gefäßregeneration unterstützen.

REMEDIS setzt auf dem Gebiet der Stenttechnologie mit abbaubaren Magnesiumlegierungen (durch den Verbundpartner BIOTRONIK) und Hochleistungspolymeren (durch die Partner TEPHA und BAYER MATERIALSCIENCE) europaweit Maßstäbe. Das in den REMEDIS-Verbund ebenfalls integrierte Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. ist darüber hinaus auf die Zulassungsprüfungen und das Benchmarking von Stentsystemen spezialisiert.

Herz und Ohr: Stimulationselektroden für die Elektrotherapie des Herzens und zur Anregung des Hörnervs

Stimulationselektroden geben gesteuerte elektrische Impulse gezielt im Körper ab. Aus Schrittmachern, Defibrillatoren, Neurostimulatoren und Cochlea-Implantaten sind sie nicht wegzudenken, da sie die Wirksamkeit dieser High-Tech-Produkte sichern.

REMEDIS arbeitet an der Entwicklung neuer, wirkstoffhaltiger Beschichtungen für Stimulationselektroden, die eine ungewollte Bindegewebsneubildung im Umgebungsbereich der Elektrodenspitze und damit die nachteilige Veränderung der elektrischen Übergangseigenschaften verhindern.

Auge und Ohr: Mikrostentsysteme zur Behandlung des Grünen Stars (Glaukom) und der chronischen Mittelohrentzündung

Der Einsatz von Mikrostents im Auge und im Mittelohr und die Entwicklung von dafür notwendigen, minimalinvasiven, mikrochirurgischen Techniken eröffnen neue Therapiekonzepte für Patienten mit Grünem Star (Glaukom) oder chronischer Mittelohrentzündung.

Diese so genannten Glaukomstents zur Senkung des Augeninnendrucks und Tubenstents zur Belüftung des Mittelohres müssen auf Grund ihrer Lage und der Umgebungsbedingungen hoch beanspruchbar sein. Sie können aus Formgedächtnis-Legierungen bzw. Polymeren hergestellt werden. Mikrostentsysteme sind wegen ihrer Skalierung und ihrer mikrostrukturierten, biofunktionalisierten Oberflächen eine große wissenschaftliche Herausforderung, die innerhalb von REMEDIS bis zur Prototypenreife vorangetrieben werden wird.

Auge: Intraokularlinsensysteme zur Behandlung des Grauen Stars

Intraokularlinsen zur Behandlung des Grauen Stars gehören heute zu den wichtigsten Implantaten in der Augenheilkunde, da allein in Deutschland jährlich etwa 500.000 Operationen durchgeführt werden. Eine Optimierung bzw. Weiterentwicklung der Kunstlinse könnte maßgeblich dazu beitragen, das Risiko des Nachstars, der durch starke Zellbildung um die Linse entsteht und somit zur Eintrübung der Linse führt, zu reduzieren. Ansätze zur Nachstarprävention sind neben der Optimierung des Linsendesigns die Entwicklung von Wirkstofffreisetzungssystemen (Drug-Eluting Lenses, DEL), die diese unerwünschten zellulären Prozesse inhibieren. REMEDIS forscht darüber hinaus an injizierbaren, akkommodationsfähigen Linsensystemen für ältere Patienten, die die uneingeschränkte Fähigkeit des jungen Auges, Gegenstände aus verschiedenen Entfernungen scharf abbilden zu können, gewährleisten sollen.

REMEDIS-Bilanzkonferenz

am 4. September 2014
in der Aula der Universität Rostock

8. REMEDIS-Klausurtagung

21.11.2013

Symposium

Viel Fortschritt, wenig Eingriff -
Stentinnovationen für minimalinvasive Therapien

des Verbundprojektes REMEDIS

am 8. November 2012
in der IHK zu Rostock

zum Programm

Imagebroschüre

Neue REMEDIS-Imagebroschüre erschienen (zu der Imagebroschüre und den Pressemitteilungen)

Implantate: Neue Materialien erhöhen die Verträglichkeit

Film über die Forschungstätigkeit des REMEDIS-Partners DWI an der RWTH Aachen e.V. im Teilprojekt A1