REMEDIS: Forschungsprozess

REMEDIS setzt auf die gemeinsame Weiter- und Neuentwicklung von Implantaten durch die Kombination des Medizinprodukts Implantat an sich mit Arzneimitteln. Derartige Kombinationen verbessern in Form sogenannter Kombinationsprodukte die Gewebe-Implantat-Interaktion entscheidend.

Die Verbundpartner widmen sich daher im Besonderen der Wechselwirkung des Implantats mit dem umliegenden Gewebe und schaffen so die Voraussetzung für neuartige Implantate mit großem Nutzen für die Patienten.

REMEDIS stützt sich in diesem Forschungsfeld auf ein exzellentes, langjährig erworbenes Know-how der Verbundpartner. Dieses basiert auf der engen Verzahnung des naturwissenschaftlich-technischen Netzwerks mit den medizinischen Partnern der Universitätskliniken Rostock und Greifswald sowie der medizinischen Hochschule Hannover. Die Projektstruktur mit einer durchgängigen Prozesskette von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis zur präklinischen Erprobung der Implantate sichert die wissenschaftlichen Ziele von REMEDIS.

Die Expertisen und Strukturen von REMEDIS ermöglichen somit eine stringente Überführung der Forschungsleistungen in die Klinik. Die eigene Technologie- und Methodenentwicklung an der Schnittstelle von Medizin, Pharmazie und Technik gewährleistet zudem die Innovationsstärke des Verbundes.

Projektbereich A: Biomaterialien und Wirkstofffreisetzungssysteme - Grundlagenentwicklungen

Um in der Zukunft neue Therapieformen erschließen zu können, widmet sich der Projektbereich A der Entwicklung von Biomaterialien, die für die lokale Wirkstofffreisetzung besondere Vorteile bieten. So werden beispielsweise vernetzbare Polymere für neuartige Intraokularlinsen zur Therapie des Grauen Stars und ionische Flüssigkeiten als temporäre Beschichtungen untersucht. Darüber hinaus gewinnen die beteiligten Wissenschaftler Einblicke in grundlegende Mechanismen der Interaktion der neu entwickelten Biomaterialien mit biologischen Zielstrukturen. Fertigungsverfahren sowie Lasertechnologien zur Mikro- und Nanostrukturierung von Implantaten komplettieren die Grundlagenentwicklungen in diesem Projektbereich.

Projektbereich B: Innovative Implantate mit kontrollierter ortsspezifischer Wirkstofffreisetzung - Angewandte Forschung für Medizinprodukte mit hohem Markteintrittspotential

Der Projektbereich B setzt die Ergebnisse der Grundlagenforschung aus dem Projektbereich A um: Die Wissenschaftler entwickeln Implantate mit ortsspezifischer Wirkstofffreisetzung, wie Drug-Eluting Multi-Mode-Stents und abbaubare Polymerstents für die vaskuläre Applikation. Darüber hinaus werden die Forschungen aus dem Projektbereich A anwendungsorientiert bei der Entwicklung abbaubarer Mikroimplantate für die Therapie des Grünen Stars (Glaukom) sowie wirkstoffbeladener Stimulationselektroden für Herzschrittmacher und Cochleaimplantate fortgeschrieben.

Projektbereich C: Organspezifische in vivo Modelle - Vorbereitung der klinischen Erprobung

Das Ziel des Projektbereichs C ist die Etablierung organspezifischer in vivo Modelle zur präklinischen Erprobung der im Projektbereich B entwickelten Implantate. Dies beinhaltet die bildgebende und zellbiologische Analyse der minimalinvasiv applizierten Implantate für das Auge, die in vivo Untersuchung der differentiellen Gefäßantwort auf Drug-Eluting Multi-Mode-Stents und die Entwicklung und präklinische Erprobung oberflächenfunktionalisierter Tubenstents.

Projektbereich Q: Querschnittsprojekte - Methodenentwicklungen an der Schnittstelle von Medizin, Pharmazie und Technik

Der Projektbereich Q vereint Methodenentwicklungen an der Schnittstelle von Medizin, Pharmazie und Technik, indem beispielsweise pharmakologische Konzepte zur implantatspezifischen Beeinflussung zellulärer Zielstrukturen erarbeitet werden. Außerdem werden das Laserstrahl-Mikrosintern zur Generierung modifizierter Oberflächenbereiche und weitere adaptierte Prozesstechnologien für die Beschichtung der entwickelten Mikroimplantate etabliert. Weiterhin realisiert der Projektbereich Q Mikro- und Nanostrukturanalysen sowie optimierte Analysemethoden für die innerhalb von REMEDIS neu erarbeiteten Fragestellungen auf dem Gebiet der Implantattechnologie.

REMEDIS-Bilanzkonferenz

am 4. September 2014
in der Aula der Universität Rostock

8. REMEDIS-Klausurtagung

21.11.2013

Symposium

Viel Fortschritt, wenig Eingriff -
Stentinnovationen für minimalinvasive Therapien

des Verbundprojektes REMEDIS

am 8. November 2012
in der IHK zu Rostock

zum Programm

Imagebroschüre

Neue REMEDIS-Imagebroschüre erschienen (zu der Imagebroschüre und den Pressemitteilungen)

Implantate: Neue Materialien erhöhen die Verträglichkeit

Film über die Forschungstätigkeit des REMEDIS-Partners DWI an der RWTH Aachen e.V. im Teilprojekt A1